Einfluss roten Reismehls auf die Ges.-Chol./HDL- und LDL/HDL-Quotienten bei einfacher Hyperlipidämie
In epidemiologischen Studien wie dem MONICA-Projekt und der Münster Heart Study (PROCAM) konnte gezeigt werden, dass das Verhältnis von Gesamtcholesterin zu HDL bzw. von LDL zu HDL von entscheidender Bedeutung bei der Bewertung des koronaren Risikos sind. In beiden Fällen sollte der Anteil von HDL im Verhälsnis zum Gesamt- bzw. LDL-Cholesterin möglichst hoch sein. Anzustreben sind ein Ges.-Chol./HDL-Quotient < 5.5 (18% oder mehr HDL-Anteil) bzw. ein LDL/HDL-Quotient < 4.3 (23% oder mehr HDL-Anteil im Verhältnis zu LDL-Cholesterin). Rotes Reismehl muss demnach {+++}zeigen, ob es in der Lage ist, auch hier positive Effekte zu bewirken. In allen nachfolgend berichteten Studien wurde rotes Reismehl in Tablettenform (0.35 g/Tablette; 3 Tabletten pro Gabe) dreimal täglich gegeben. Die Tagesdosis (3-3-3 Tabletten) betrug 3.15 Gramm fermentiertes Reismehl.
Rotes Reismehl senkt den Gesamtcholesterin/HDL-Quotienten
In 13 Studien wurden insgesamt rotes Reismehl in Tablettenform (0.35 g/Tablette; 3 Tabletten pro Gabe) dreimal täglich gegeben. Die Tagesdosis (3-3-3 Tabletten) lag bei 3.15 Gramm fermentiertem Reismehl.
- in 5 Studien behandelte man 256 Patienten (darunter 101 Frauen) über 4 Wochen,
- in 2 Studien behandelte man 94 Patienten (darunter 31 Frauen) über 6 Wochen,
- in 2 Studien behandelte man 93 Patienten (darunter 54 Frauen) über 8 Wochen und
- in 4 Studien behandelte man 330 Patienten (darunter 144 Frauen) über 12 Wochen.
Dies entspricht einer Gesamtbehandlungsdauer von 121 Patientenjahren auf der Basis von 827 Patienten mit reiner Hyperlipidämie bei einem Frauenanteil von 39.9%. Auf dieser Basis erfolgt die Analyse des Effekts von rotem Reismehl bezüglich des Gesamtcholesterin/HDL-Quotienten.
Die nachfolgende Abbildung zeigt, dass innerhalb von 4 Wochen (32-59%), 6 Wochen (30-36%), 8 Wochen (37-38%) und 12 Wochen (33-53%) eine erhebliche Reduktion des Gesamtcholesterin/HDL-Quotienten in allen Reismehlstudien möglich war. In allen Studien war vor Therapiebeginn der Quotient unerwünscht hoch und lag teilweise fast doppelt so hoch wie der anzustrebende Idealwert (< 5.5). Nach der Therapie war der Quotient in 11 der 13 Studien auf einen Wert < 5.5 gesunken, in einer weiteren Studie hatte er fast den Idealwert erreicht (von 8.8 auf 5.6 in von 5.5 bei JIN Chenbiao 1997). In derjenigen Studie (LI Quanli et al. 1997), in der ein sehr hoher Ausgangsquotient (10.2) behandelt worden war, konnte nach 8wöchiger Behandlung der Quotient zwar nicht in den Idealbereich gesenkt werden, jedoch war eine 38%ige Reduktion auf einen Quotienten von durchschnittlich 6.3 möglich.
Ausführliche Darstellung der Einzelergebnisse siehe bitte in Anhang Tabelle 5 (*.pdf-File)
Quellen von links nach rechts: YAN Fuxing 1997, CHEN Yanming und FANG Shuwei 1997, ZHANG Yaquan et al. 1997, LI Jun und LI Peng 1997, NIE Hongyu et al. 1997, JIN Chenbiao 1997, ZENG Xianghong und XIANG Mingzhu 1997, LI Quanli et al. 1997, LIU Husheng 1997, ZHANG Zhaobin et al. 1997, YANG Meiling 1997, XU Yulin et a. 1997, ZHU Fuan und WANG Xiaofeng 1997. Rotes Reismehl senkt den LDL/HDL-Quotienten
Weil nur in 4 chinesischen roten Reismehl-Studien Angaben über HDL- und LDL-Werte publiziert wurden, stützt sich die folgende Auswertung auf vergleichsweise wenige Angaben. Es handelte sich um eine 4wöchige und um drei 12wöchige Reismehlstudien. Auch hier war rotes Reismehl in Tablettenform (0.35 g/Tablette; 3 Tabletten pro Gabe) dreimal täglich gegeben worden. Die Tagesdosis (3-3-3 Tabletten) betrug 3.15 Gramm fermentiertes Reismehl.
Auf der Basis der PROCAM-Studie ist ein LDL/HDL-Quotient < 4.3 als erstrebenswert anzusehen. Diese Annahme erfüllten die LDL-/HDL-Relationen allerdings bereits in drei von vier Fällen schon vor Beginn der Reismehlgabe. Die Werte lagen in einem Fall (5.5) aber deutlich darüber und in drei Fällen an der oberen Grenze des Zielkorridores. In allen Studien konnte eine deutliche Verschiebung des HDL zu Lasten des LDL erreicht werden, was einer deutlichen Reduktion des Quotienten (34-65%) entsprach. Damit konnte durch Reismehl auch hier eine deutliche, zusätzliche koronare Risikosenkung erzielt werden, wie die nachfolgende Abbildung zeigt.
Ausführliche Darstellung der Einzelergebnisse siehe bitte in Anhang Tabelle 5 (*.pdf-File)
Quellen von links nach rechts: YAN Fuxing 1997, YANG Meiling 1997, XU Yulin et al. 1997, ZHU Fuan und WANG Xiaofeng 1997. Rotes Reismehl senkt die Quotienten mit zunehmender Behandlungsdauer
In der Studie von ZHU und WANG (1997) konnte mit fortlaufender Beobachtungsdauer eine beständig fortschreitende Senkung der Quotienten aus Gesamtcholesterin/HDL und LDL/HDL festgestellt werden. Waren beide vor Therapiebeginn deutlich erhöht oder zumindest im oberen Bereich der Toleranzschwelle, fielen beide Quotienten bereits nach 4 Wochen in den jeweiligen Zielbereich ab, um nachfolgend weiter abzusinken (siehe Abbildung).

Insgesamt ergibt sich hinsichtlich der untersuchten Quotienten aus Gesamtcholesterin/HDL und LDL/HDL ein sehr positives Bild. Rotes Reismehl ist in der Lage, beide Quotienten deutlich zu senken und dies auch bei stark erhöhten Ausgangswerten. Nicht in jedem Fall ist eine Optimierung der Quotienten in den Idealbereich möglich, vor allem dann nicht, wenn die Ausgangsrelation des Gesamtcholesterin/HDL-Quotienten besonders schlecht ist. Aber auch in diesen Fällen ist eine erhebliche Reduktion der Quotientenwerte möglich. Mit rotem Reismehl ist, gemessen an den Aussagen epidemiologischer Studien wie MONICA oder PROCAM, eine drastische Senkung des koronaren Risikos durch die positive Blutfettregulation möglich.