Blutdruck und Reismehl

November 17th, 2009 rmandt Posted in c. Blutviskosität No Comments »

Senkung erhöhter Blutviskositätswerte und des Blutdrucks


Thromboembolische Ereignisse werden in ihrer Häufigkeit durch die Zähigkeitkeit des Blutes deutlich beeinflusst. Je fettreicher das Blut ist, desto höher ist die Viskosität des Serums. Hintergründe der Blutviskositätsmessung können JUNG (2002) entnommen werden.

Senkung der Blutviskosität durch rotes Reismehl

Eine Senkung der Blutfettwerte reduziert die Serumviskosität und führt zu einer Verbesserung der Situation. Die kompetitive {+++} Inhibition der HMG-CoA-Reduktase in der Leber führt jedoch auch dazu, dass die Relation ‘starrer’ und ‘weicher’ Cholesterine in den Zellwänden der im Blut kursierenden Partikel (u.a. Erythrozyten, Thrombozyten) zugunsten der weniger starren Cholesterinformen verschoben wird. Dies bedingt eine bessere Anschmiegsamkeit der roten Blutkörperchen, eine verringerte Neigung zur Stapelbildung der Erythrozyten in engen, sauerstoffarmen Gefäßen sowie zu einer Verringerung der Plättchenaggregationsrate. Das Blut fließt somit leichter, weil die Serumviskosität verringert ist und die korpuskulären Partikel im Serum ‘anschmiegsamer’ geworden sind. Die Blutgerinnung wird davon nicht beeinträchtigt.

Die therapeutischen Fähigkeiten roten Reismehls zur Regulation der Blutviskosität zeigt die Studie von ZHU Riyun et al. (1997), die bei 676 Patienten rotes Reismehl (Zhibituo®; 3-3-3 Tabletten bzw. 3.15 g rotem Reismehl/d) über 4 oder 8 Wochen gaben. Bereits nach 4 Wochen gelang neben der üblichen positiven Blutfettregulation eine signifikante (p < 0.05) Herabsetzung der Blutviskosität, der Serumviskosität und der Plättchenaggregationsrate.

Bestätigt werden diese Ergebnisse auch durch andere Studien wie LI Ze-fa und LI De-wei (1997) oder WEI Jian-hua et al. (1997), die ebenfalls Senkungen der Blutviskosität feststellen konnten.

Die Herabsenkung der Blutzähigkeit trägt erheblich zur Senkung des koronaren und thromboembolischen Risikos bei. Sie könnte auch bei Pillenverwenderinnen und Rauchern einen zusätzlichen Benefit bringen.

Senkung des Blutdrucks durch rotes Reismehl

In einer ganzen Reihe klinischer Studien, die Reismehl primär zur Behandlung der Hypercholesterinämie einsetzten, ergab sich als Nebenbefund auch eine Reduktion des diastolischen bzw. systolischen Blutdruckes. Im chinesischen Schrifttum wird in der Regel der Blutdruck in kPascal angegeben. Der Umrechnungsfaktor lautet: mmHg x 0.133 = kPascal bzw. kPascal x 7.52 = mmHg.

Die Tabelle zeigt, dass eine leichte, mit der Behandlungsdauer offenbar zunehmende, Senkung des systolischen und diastolischen Blutdrucks unter Reismehlgabe möglich ist. Sie fällt allerdings erst nach 6-8 Wochen so deutlich aus, dass sie von Relevanz ist. Die leichte Blutdrucksenkung ist kein eigenständiger Effekt der Monacoline, sondern kommt wohl ausschließlich durch die Blutviskositätsreduktion zustande. Die Zähigkeit des Blutes wird verringert, dies reduziert den zur Umwälzung im Blutkreislauf aufzuwendenden Kraft und dies wiederum führt zu einer Reduktion des Blutdruckes.

Zu bedenken ist jedoch, dass in allen oben aufgeführten Studien die Blutdruckwerte, gemessen an den aktuellen Bluthochdruck-Richtwerten der WHO-Empfehlung aus dem Jahre 1999 in der Regel im Bereich des hochnormalen (130-139 mmHg systolisch; 85-89 mmHg diastolisch) bewegten und auch durch die Reismehltherapie nicht automatisch in den Normalbereich (bis 130/85) oder den optimalen Blutdruckbereich (< 120 mmHg systolisch und < 80 mmHg diastolisch) gesenkt wurden. Rotes Reismehl kann nur eine zusätzliche positive Wirkung in der Therapie von Hypertonikern mit erhöhten Blutfettwerten entfalten und stellt keinen Ersatz für eine medikamentöse Therapie bei bestehendem Hypertonus dar.

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