Blutfettregulation sowie Senkung von HbA1c und Blutzucker bei Diabetes mellitus-Patienten
Die Sterblichkeit an koronaren Herzkrankheiten bei Patienten mit nicht-insulinpflichtigem Diabetes mellitus (‘Typ 2-Diabetes’ bzw. NIDDM) wird durch die mit fortschreitender Erkrankungsdauer und -schwere zunehmende Hyperlipidämie deutlich gesteigert. Wie bereits im Kapitel 8 ausführlich dargelegt, gelingt eine Blutfettregulation mit rotem Reismehl in gemischten {+++} Kollektiven, die einen gewissen Anteil NIDDM-Patienten enthalten. Dies lässt allerdings keinen direkten Rückschluss auf die blutfettregulierende Wirkung bei ausschließlichen NIDDM-Kollektiven zu. Es gibt jedoch diverse Untersuchungen, die eine eindeutige Wirksamkeit von rotem Reismehl in ausschließlichen NIDDM-Patientenstudien zeigten.
Regulation der Blutfette bei NIDDM-Patienten
So wies Liu (1997) in einem Kollektiv von 60 NIDDM-Patienten (darunter 25 Frauen) mit einem Durchschnittsalter von 58 +/- 80 Jahren nach, dass bereits nach einer 3wöchigen Reismehlgabe (Zhibituo®; 3-3-3 Tabletten bzw. 3.15 g rotem Reismehl/d) eine Reduktion des Gesamtcholesterins (-10%), der Triglyzeride (-35%) und des LDL (-14%) sowie eine Steigerung des HDL (+20%) möglich war. Die Werte blieben auch nach 6-wöchiger Therapie in diesem Bereich.
Bei übergewichtigen NIDDM-Patienten in der Studie von YU Fengquan und XU Fangjiang (1997) war ein Vergleich zwischen einer mit rotem Reismehl therapierten Versuchsgruppe und einer unbehandelt gebliebenen Kontrollgruppe erfolgt. Alle 65 Diabetiker erhielten Metformin (3 x 0.5 g/Tag). Die 32köpfige Untersuchungsgruppe (Zhibituo®; 2-2-2 Tabletten bzw. 2.1 g rotem Reismehl/d) erhielt zusätzlich eine niedrig dosierte Zusatztherapie mit rotem Reismehl über einen Monat, während die Kontrollgruppe ausschließlich Metformin in dieser Zeit erhielt. Die Regulation der Blutfettwerte fiel in der Zhibituogruppe signifikant günstiger aus als bei den nur mit Metformin behandelten Diabetikern. Im Vergleich von Zhibituo+Metformin versus Metformin alleine konnten Gesamtcholesterin (-32% versus -13%) und Triglyzeride (-38% versus -12%) sowie das HDL (+37% versus +6%) unter der Kombinationstherapie wesentlich besser reguliert werden.
Reduktion des Blutzuckerwertes (nüchtern, postprandial) bei NIDDM-Patienten
In der Studie von Liu (1997) gelang eine Reduktion des Nüchternblutzuckerwertes um 6% und eine leichte Reduktion des postprandialen Blutzuckerspiegels (-1.5%). Nebenwirkungen traten unter dieser Therapie nicht auf (Umrechnungsfaktor für Glukose: mg/dl x 0.0555 = mmol/l).
In der Untersuchung von YU Fengquan und XU Fangjiang (1997)sank der Nüchternblutzucker in der mit Zhibituo+Metformin behandelten Gruppe (-41%) deutlich stärker ab als unter Metformin alleine (-30%). Auch die Blutviskosität (in mPa*s) sank unter der Kombinationstherapie (-20%) erheblich stärker als unter alleiniger Metformingabe (-4%). Mit Ausnahme eines Patienten aus der mit Zhibituo behandelten Gruppe, der kurzzeitig und vorübergehenden an Magenbeschwerden litt, traten keine Nebenwirkungen auf (Umrechnungsfaktor für Glukose: mg/dl x 0.0555 = mmol/l).
Li Yingxian et al. (1997) führten eine dreimonatige Zhibituo-Behandlung (3.15 g Reismehl täglich) durch und regulierten nicht nur die Blutfette, sondern sie erniedrigten auch die Blutzuckerwerte. Der Nüchternblutzuckerspiegel konnte von 149 +/- 36 mg/dl auf 140 +/- 38 mg/dl (-6%) reduziert werden. Der 2 h postprandial gemessene Blutzuckerwert blieb mit 234 +/- 54 mg/dl bzw. 234 +/- 72 mg/dl aber unverändert. Der Insulinspiegel im Serum im nüchternen Zustand stieg von anfänglich 11.0 +/- 2.0 mU/l auf 14 +/- 3 mU/l und stieg postprandial von 56 +/- 7 mU/l auf 58 +/- 3 mU/l.
Reduktion des HbA1C-Wertes bei NIDDM-Patienten
Li Yingxian et al. (1997) konnten zeigen, dass nach einer dreimonatigen Zhibituo-Therapie (3.15 g rotes Reismehl täglich) der HbA1C-Wert bei Patienten mit nicht-insulinpflichtigem Diabetes mellitus von 9.2 +/- 1.9 auf 7.8 +/- 2.3 gesenkt werden konnte. Die Reduktion von 15% fiel statistisch signifikant aus (p < 0.05). Es handelte sich bei den 40 Diabetikern um Patienten, die vorher (wie auch während der Studie) bereits mit einer Diät sowie oralen Antidiabetika (Glibenclamid: n=24; Metformin: n=16) behandelt worden waren.
In einer weiteren Studie an NIDDM-Patienten (Wang et al. 1997) wurden 40 bisher zu Studienbeginn unbehandelt gebliebene Typ 2-Diabetiker in zwei Gruppen aufgeteilt. 20 erhielten rotes Reismehl (Zhibituo; 3.15 g/d für 8 Wochen) und meist zusätzlich (n=17) das orale Antidiabetikum Glipizide (Sulfonylharnstoffpräparat) sowie Diät verordnet, während die 20köpfige Vergleichsgruppe nur Diät und ebenfalls Glipizide (n=16) bekam.
Der HbA1c konnte in beiden Gruppen signifikant (p < 0.01) reduziert werden und zwar in der Zhibituo-Gruppe von 10.8 +/- 1.8 auf 5.9 +/- 1.2 (-45%) und in der Vergleichsgruppe von 10.7 +/- 1.7 auf 6.1 +/- 1.4 (-42%).
Diese Studien zeigen, dass NIDDM-Patienten von rotem Reismehl einen gesundheitlichen Vorteil haben können.