Monascus-fermentiertes rotes Reismehl ist eine therapeutische Perle aus dem Arzneischatz der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Ursprünglich zur Färbung von Lebensmitteln verwendet (z.B. zur Rotfärbung der Peking-Ente) wurde sie im 16. Jahrhundert von Li Shizhen im ‚Buch der Heilenden Kräuter‘ zur Verbesserung von Herzbeschwerden erstmals ausführlich beschrieben.
Monascus purpureus ist ein schlauchförmiger Hefepilz, dem u.a. Oryza-Reis als Nahrung dient. Er hinterlässt nach getaner Fermentationsarbeit, analog zu jener von schwarzem Tee abläuft oder mit der Bier-/Weinbereitung zu vergleichen ist, interessante Inhaltsstoffe im Reis.. Durch die Fermentation entsteht aus handelsüblichen “weißen” Reis ein Roter Reis (fermentiertes Rotes Reismehl). Es handelt sich um leicht antibiotisch wirkende Farbpigmente, einige Lebensmittelbestandteile (Kohlenhydrate, ungesättigte Fettsäuren, Aminosäuren, etc.) sowie die blutfettregulierenden Monacoline. Monacoline sind kompetitive HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren, die in der Leber dosisabhängig und mit kurzer Halbwertszeit die Produktion von schädlichen Blutfetten bremsen können.
Im Westen kaum zur Kenntnis genommen, hat sich rotes Reismehl in China seit Mitte der 1990iger Jahre zu einer echten therapeutischen Alternative für an Hyperlipidämie leidenden Patienten entwickelt. In vielen klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass sowohl Patienten mit einfacher Hyperlipidämie als auch Patienten, die an{+++} durch koronare Herzkrankheit, Hypertonus, Diabetes mellitus oder anderen Zusatzkrankheiten verkomplizierter Hyperlipidämie leiden, von der Arznei sehr profitieren können. In diesem Beitrag werden erstmals die Ergebnisse jener chinesischen universitären Studien vorgestellt, auf denen der Erfolg des roten Reismehls in den letzten Jahren zurückzuführen ist. Da alle Studien im internationalen Fachschrifttum nur in chinesischer Sprache veröffentlicht sind, wurden ihre Resultate bis heute außerhalb Chinas wegen der Sprachbarriere einfach übersehen. Eine Zusammenfassung mehrer Studien finden Sie hier.
Eine Zusammenfassung der Studien im Zusammenhang mit Monacholinhaltigem Roten Reismehl:
In 14 klinischen Studien an insgesamt 833 Patienten mit einfacher Hyperlipidämie konnte bei Behandlungszeiträumen mit Reismehl von 4-12 Wochen eine Senkung des Gesamtcholesterins um 17-39%, der Triglyzeride um 12-57% und des LDL um 15-54% erreicht werden. Das kardioprotektive HDL konnte um 10-75% gesteigert werden. Der Gesamtcholesterin/HDL- und der LDL/HDL-Quotient konnten um 30-59% bzw. 34-65% reduziert werden, was als sehr wertvoll für die Reduktion des koronaren Risikos zu bewerten ist.
Patienten mit verkomplizierter Hyperlipidämie wie KHK-Kranke, Hypertoniker oder Diabetiker profitieren ebenfalls von rotem Reismehl. Auch hier gelingt eine positive Blutfettregulation. In 31 ausgewerteten Studienbei insgesamt 2.145 Patienten gelang eine Reduktion des Gesamtcholesterins (bis 42%), der Triglyzeride (bis 55%) und des LDL (bis 43) sowie eine Steigerung des HDL um bis zu 75%. Der Gesamtcholesterin/HDL- und der LDL/HDL-Quotient wurden um bis zu 84% bzw. 81% reduziert.
Nebenwirkungen waren mit 1.1-2.8% selten und entfielen überwiegend auf Magenbeschwerden (Sodbrennen) nach Einnahme des Reismehls auf nüchternen Magen. Stellt man die Einnahme um, in dem man das Produkt nach einer Mahlzeit einnimmt, verschwinden diese Probleme. Ernste Nebenwirkungen wie pathologische Leber- oder Nierenwerte, EKG-Veränderungen usw. gab es bei keinem mit rotem Reismehl behandelten Patienten.
Die TCM-”Arznei” (traditionelle chinesische Medizin) wirkt nachweislich besser als Placebo und kann hinsichtlich seiner Blutfettregulationsfähigkeiten mit westlichen Lipidsenkern der Statinklasse (Simvastatin, Pravastatin, Fluvastatin) problemlos mithalten. Gegenüber älteren westlichen Lipidsenkern wie Fenofibrat, Benzofibrat oder Gemfibrozil bewirkt es teilweise sogar signifikant bessere Ergebnisse. Dabei ist das rote Reismehl mit deutlich weniger Nebenwirkungen behaftet als die etablierten westlichen Lipidsenker. Während Nebenwirkungen bei einschlägigen Vergleichsstudien insgesamt 5 von 441 Patienten (1.1%) unter rotem Reismehl betrafen, lag die Nebenwirkungsrate bei den mit westlichen Statinen behandelten 196 Patienten bei 10.9% (n=21) und bei mit Fenofibrat therapierten 126 Patienten bei 5.5%.
Rotes Reismehl ist eine ideale therapeutische Alternative in der Behandlung der einfachen und komplizierten Hyperlipidämie und kann als eine therapeutischen Perlen aus Reismehl und der TCM (traditionelle chinesische Medizin) gelten.